Bisher bei Seret: Lenny«Judentum und Popkultur»

Sonntag, 6. April 2014, 11 Uhr

Polizeifoto von Dustin Hoffman als Lenny Bruce

ICZ Gemeindezentrum, Lavaterstrasse 33, 8002 Zürich, Gemeindesaal
CHF 15.- / Mitglieder, Legi 10.-

LENNY – EIN FILM VON BOB FOSSE MIT DUSTIN HOFFMAN


Bob Fosse, hier vor allem bekannt als Regisseur von «Cabaret», und der Drehbuchautor Julian Barry gestalten die Lebensgeschichte des Komikers Lenny Bruce in einer rasanten Mischung aus Bühnenauftritten, privaten Ereignissen und nachempfundener Erinnerungen jener, die ihn kannten. Der junge Dustin Hoffman spielt Lenny mit stupender Authentizität. In der Rolle von Honey Harlow, der Nachtklubtänzerin, mit der Bruce verheiratet war, überzeugt Valerie Perrine durch ihre sensible Darstellung. Der Film erhielt sechs Oscarnominationen, am Filmfestival von Cannes 1975 wurde Perrine als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Programm

10.30 TICKETVERKAUF IM FOYER

11.00 LENNY

Regie: Bob Fosse, Buch: Julian Barry
Darsteller: Dustin Hoffman, Valerie Perrine, Jan Miner, Stanley Beck
USA 1974 / 106 Minuten / schwarzweiss / ab 16 Jahren
Englische Originalversion / Deutsche Untertitel

13.00 LUNCH

13.30 GESPRäCH UND PUBLIKUMSDISKUSSION MIT
CASPAR BATTEGAY

Mitarbeiter am Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel und Autor des Buches «Judentum und Popkultur».

14.15 ENDE

Filmkritik

Der Film erzählt das von Erfolgen, Brüchen und tiefer Tragik geprägte Leben des Juden Leonard Alfred Schneider (1925–1966), der als standup-comedian Lenny Bruce gegen das Lügengebäude der gesellschaftlichen Moralvorstellungen seiner Zeit kämpfte. Er tat dies auf den Bühnen von Striplokalen und Clubs, in einer Atmosphäre der Subkultur, mit ätzender Komik. Wo es zunächst scheint, als würde Lenny seine Zuschauer mit einer blossen Flut von Witzen unter der Gürtellinie unterhalten, folgt man der Geschichte sehr bald mit wachsender Beklemmung, denn die «unsittlichen» Sprüche dienen dazu, aufzuzeigen, was wirklich obszön ist, nämlich: Ungerechtigkeit, Armut, Kriege, Unterdrückung von Minderheiten. Seiner unverblümten Ausdrucksweise wegen, die heute fast gang und gäbe ist, wurde Lenny immer wieder festgenommen und vor Gericht gestellt; er bekam Auftrittsverbote und starb einen frühen Drogentod. Die Probleme, die er anprangerte, sind nach wie vor aktuell.

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Kino aus der jüdischen Welt