Bisher bei Seret: Ein TrommlerIN DER WÜSTE

Mittwoch, 18. Januar 2012, 19.30 Uhr

Michael Lyssy mit Trommel

ICZ Gemeindezentrum Lavaterstrasse 33, 8002 Zürich, Gemeindesaal
CHF 15.- / Mitglieder 10.-

Ein Film- und Trommelabend in Anwesenheit von Rolf Lyssy und Micha Bar-Am


Der Zürcher Filmemacher Rolf Lyssy wurde 1978 mit dem Spielfilm «Die Schweizermacher» über Nacht berühmt. Der Film entstand im Nachgang zu den Schwarzenbach-Initiativen, traf in den 1970er Jahren einen Nerv der Zeit und ist bis heute der erfolgreichste Schweizer Film. Zu Rolf Lyssy Filmographie gehört aber auch dokumentarisches Schaffen. So kommt im Januar 2012 sein berührendes Porträt «Ursula – Leben in Anderswo» in die Schweizer Kinos. SERET zeigt aus diesem Anlass einen Dokumentarfilm von Rolf Lyssy aus dem Jahr 1992: das Porträt über seinen Bruder Micha Bar-Am, der am Anlass anwesend ist und live trommelt.

Programm

19.30
Micha Bar-Am eröffnet den Abend auf seiner Trommel
und Filmemacher Rolf Lyssy führt kurz in seinen Film ein.

20.00 Ein Trommler in der Wüste

Ein Film von Rolf Lyssy
Schweiz 1992, 69 Minuten
Deutsch-hebräische Originalfassung

21.30
Die Brüder Rolf und Micha Lyssy-Bar-Am stellen sich den Fragen des Publikums und trommeln gemeinsam.

22.00 Ende

Filmkritik

Mit achtzehn Jahren verliess Micha die Schweiz, um in Israel ein neues Leben zu beginnen. Dreissig Jahre später besucht ihn sein Bruder, der Filmemacher Rolf Lyssy, im Kibbuz Dovrat in der Nähe von Afula. Der Schlagzeuger, Perkussionist und Zeichner Micha Bar-Am alias Michael Lyssy hat in dieser Zeit einige markante Wandlungen durchgemacht. Vom jugendlich-naiven Schweizer, der ausser Trommeln keinen Beruf gelernt hatte, über den engagierten Kibbuzlandarbeiter ist er zum Künstler geworden, der sich im Kollektiv der Kibbuzgesellschaft behaupten muss. Der Dokumentarfilm nähert sich einem Menschen, der sich unaufhörlich bemüht, die von der spannungsvollen Situation in seiner zweiten Heimat geprägten Gefühle durch Rhythmus und Bewegung in immer wieder neue und unerwartete Formen zu bringen. Lyssy zeigt, wie sein künstlerisch tätiger Bruder mit der gesellschaftspolitischen Situation im Kibbuz zurechtkommt. Ohne sich selbst in die Begegnung einzubringen, gelingt es dem Regisseur, in leisen Zwischentönen auch die Isoliertheit des Künstlers darzustellen.

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Kino aus der jüdischen Welt