Bisher bei Seret: The Jazz Singer

Sonntag, 25. September 2011, 19.00 Uhr

Al Jolson in «The Jazz Singer»

ICZ Gemeindezentrum Lavaterstrasse 33, 8002 Zürich, Gemeindesaal
CHF 15.- / Mitglieder 10.-

Ein filmischer Themenabend zu «The Jazz Singer» von 1927 und seinen Remakes, mit dem Medienwissenschaftler Hanno Loewy


Über den «The Jazz Singer» (1927):

«Unzweifelhaft das Beste, was Vitaphone jemals auf die Filmleinwand gebracht hat. Die Kombination aus religiöser herzergreifender Geschichte und Jolsons Gesang ‹Kol Nidre› in einer Synagoge während sein Vater stirbt und zwei ‹Mammy›-Schlagertexte als seine Mutter während seines Auftritts im Theater erscheint.»(Variety)

« ‹Der Jazzsänger› ist mehr als nur der erste Tonfilm. Man könnte ihn durchaus als typisches Beispiel für die damalige Wandlung jüdischen Lebens in den USA betrachten: die Öffnung (..) und Eingliederung der Juden in die amerikanische Gesellschaft im Allgemeinen und Hollywood-Filmindustrie im Besonderen.» (1001 Filme – Die besten Filme aller Zeiten)

Programm

19.00 Kurze Einführung durch Hanno Loewy

Kurze Einführung durch den Medienwissenschaftler und Direktor des Jüdischen Museums, Hohenems, Hanno Loewy

19.15 THE JAZZ SINGER

Mit Al Jolson in der Hauptrolle, Regie Alan Crosland.
Englische Stummfilmfassung mit kurzen Gesprächszenen
Deutsche Untertitel
USA 1927, 88 Minuten

21.00Gespräch mit Hanno Loewy

Gespräch mit Hanno Loewy zu Szenen aus Remakes wie «The Jazz Singer» mit Neil Diamond (1980), der jiddischen Gegengeschichte «The Cantor’s Son» (1937, mit Moyshe Oysher) oder der idealisierten Biographie des Jazz Singers «The Jolson Story» (1946 mit Larry Parks als Al Jolson).


Moderation: Brigitta Rotach

Filmkritik

Am Übergang von Stummfilm zu Tonfilm machte «The Jazz Singer» 1927 Furore. In einer berühmt gewordenen Szene mit der Mutter und ihrem verlorenen Sohn beginnt dieser nicht nur zu singen, sondern auch zu sprechen. Die Warner Brothers schafften mit dem Vitaphone Sound-System den Durchbruch zum Filmdialog und der Film selbst wurde zu einem kommerziellen Grosserfolg. Dies, obwohl er ein explizit jüdisches Thema behandelt. Jakie Rabinowitz, der Sohn eines Kantors (gespielt vom Kantorensohn Al Jolson) bricht aus der traditionellen aschkenasischen Welt aus und versucht im säkularen Amerika sein Glück als Jazz-Singer. Gerade als er seinen ersten Auftritt am Broadway erhält – verkleidet als schwarzer Sänger – wird sein Vater todkrank. Der Sohn soll ihn am «Jom Kippur» beim «Kol Nidre» vertreten, statt mit seinem Musical Premiere zu feiern. Zerrissen zwischen Herkunft und Zukunft, muss Jack eine Lösung finden. Ein Dilemma, das im Laufe der Jahrzehnte in mehreren Remakes wieder aufgenommen wurde, so 1981 mit Neil Diamond als Kantorensohn, der sich den «American Dream» erfüllen will und ebenfalls an «Jom Kippur» beim «Kol Nidre» vor der existentiellen Entscheidung steht, an Stelle seines Vaters zu singen.

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